Ganztagsschule

 

Schule ist nicht dazu da Kinder aufzubewahren. Kinder gehen zur Schule, um unterrichtet, gebildet, erzogen zu werden. Schule kann nur akzeptieren, was Erziehung und Bildung fördert und Angebote machen, die mit Erziehung und Bildung vereinbar sind.
Schulische Ganztagsbetreuung ist gegenüber einer familiären Betreuung  der Kinder am Nachmittag und gegenüber außerschulischen Erfahrungs-feldern  ein erwünschter Nebeneffekt von Schule.
Schule kann somit ein Ort werden, an dem junge Menschen zeitweise auch außerhalb von Unterricht miteinander leben, Regeln des Zusammenlebens ausprobieren, eigene Möglichkeiten und Grenzen erfahren, sich mit ihren eigenen Neigungen und Interessen auseinander-setzen und eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen.
Weil in unserer Schule seit Jahren beobachtet wurde, dass einige Schüler/-innen sich gern außerhalb der Unterrichtszeit in der Schule oder auf dem Schulhof aufhalten, wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Betreuung nach Unterrichtsschluss zu organisieren.
Außerdem war die Realisierung besonderer Unterrichtsformen  wie Projekte und  Arbeitsgemeinschaften durch Beförderungsprobleme – ca. 50% der Schüler/-innen sind Fahrschüler – erschwert.
Viele Vorhaben scheiterten oft auch an mangelnden personellen oder sächlichen Voraussetzungen und konnten teilweise nur schwer durchgeführt werden. Projekte am Nachmittag waren mitunter wegen der Fahrschülerproblematik nur für einige Schüler/-innen realisierbar. Der sich daraus ergebenden Ungleichheit der Bildungschancen besonders für die Schüler aus den Dörfern des Einzugsgebietes musste entgegen gewirkt werden.
Deshalb wurde im Februar 2001 das „Förderkonzept zur Stärkung der Hauptschulen“ beantragt und im November 2001 damit begonnen.
Im Rahmen des Förderkonzeptes gab es für alle Schüler/-innen montags bis donnerstags in der 6. und 7. Stunde eine Hausaufgabenbetreuung und am Mittwoch und Donnerstag von 14.15 bis 16.00 Uhr eine für alle Schüler/-innen „Offene Freizeit“ mit der Möglichkeit, ein Mittagessen in der Schule einzunehmen. Darüber hinaus wurden freiwillige Arbeits-gemeinschaften angeboten.

Eine positive Resonanz auf diese Angebote  und die Durchführung der Maßnahmen war festzustellen. Es erwies sich, dass der Betreuungsbedarf  zu hoch war, um von der Sozialpädagogin erfüllt zu werden.
Um den  Personalbedarf  zu decken, wurde beschlossen, einen Antrag auf Einrichtung einer Ganztagsschule zu stellen. Außerdem wurde
der Antrag schwerpunktmäßig mit folgenden Gesichtspunkten begründet:
* Zusätzliche Angebote mit  ganztagsspezifischem Unterricht könnten zur Optimierung der Ausbildung und Erziehung in unserer Schule beitragen.
* Eine Ganztagsschule könnte sowohl das pädagogische Konzept der Schule erheblich unterstützen als auch das schulische Angebot der Region bereichern.
* Das Ganztagsangebot stellt in seiner komplexen Einheit mit der Möglichkeit eines breit gefächerten Angebotes ein Gesamt-förderprogramm dar, indem zur Gleichheit von Bildungschancen beigetragen werden kann.
* Entlastung des Unterrichts am Vormittag kann durch zusätzliche Nachmittagsangebote erreicht werden.
* Die Problematik der Schülerbeförderung wird gelöst.

Die Einrichtung einer Ganztagsschule wurde zum Schuljahr 2003/04 genehmigt.
Auf der Grundlage  der derzeit gültigen günstigen Erlassbedingungen konnte die  Schule mit zusätzlichen Lehrerstunden und einem Budget zur Finanzierung weiterer Fachkräfte ausgestattet werden. Somit gibt es in unserer Schule, seit wir den Ganztagsbetrieb aufgenommen haben, mehr Zeit für übendes Lernen, für individuelle Förderung aller Schüler/-innen und für mehr differenzierte Lernangebote. Durch die Einstellung einer Sozialpädagogin mit einer Vollzeitstelle für die  Ganztagsschule bekam die pädagogische Arbeit unserer Schule eine wertvolle Unterstützung. Zusätzlich ist weiterhin im Rahmen des Förderprogramms „Profilierung der Hauptschule“ eine sozialpädagogische Fachkraft mit einer halben Stelle an unserer Schule tätig.
Da noch die notwendigen Gemeinschafts- und Freizeiträume fehlten, wurde der Plan verfolgt, das Schulgebäude im Bereich der nicht mehr benötigten alten Toilettenanlage zu erweitern. Dieser Plan konnte realisiert werden, weil Fördermittel aus dem Ganztagsinvestitions-programm des Bundes bewilligt wurden. Der Um- und Anbau erfolgte im 2. Schulhalbjahr des Schuljahres 2004/05, außerdem wurde ein Hangel-pfad im unteren Flur angelegt.  
Auch in diesem Schuljahr findet von Montag bis Donnerstag für alle Schüler/-innen jeweils an bis zu zwei Nachmittagen von 14.00 bis 15.30 Uhr Pflichtunterricht statt. An den anderen Tagen können freiwillige Angebote genutzt werden.
Am Freitag endet der Pflichtunterricht in der Regel nach der 5. Stunde.
An den Wochentagen mit Nachmittagsangebot ist die Möglichkeit gegeben, dass die Schüler/-innen 8 Zeitstunden in der Schule sind, also von 7.30 bis 15.30 Uhr.
Jede Klasse hat eine Verfügungsstunde bei dem/r Klassenlehrer/-in.

 Die  Unterrichtstage  werden so organisiert:
Vormittagsunterricht
  Pflichtunterricht für alle Schüler/-innen bis 11.50 Uhr (5.Stunde)
Mittagspause von 12.40 bis 14.00 Uhr
Das Mittagessen wird im Speiseraum eingenommen.
Außerdem gibt es Hausaufgabenbetreuung, Freizeitangebote und   Entspannungsmöglichkeiten. Der Freizeitbereich, der Computerraum und die Bücherei mit Medienecke sind geöffnet.
Nachmittagsangebot

Da das Ganztagsangebot an vier Wochentagen bis 15.30 Uhr stattfindet, ist die Schülerbeförderung von der Schulbushaltestelle mit Abfahrt um ca.15.40 Uhr geregelt.